Die Lichtenberg Schule in Göttingen errang den Deutschen Schulpreis 2011. Es ist vor allem die Haltung der Menschen in dieser Schule, die hervorragende Ergebnisse durch Lernfreude und Motivation ermöglichen. Die LehrerInnen zeigen uneingeschränkte Wertschätzung gegenüber den in fixen Tischgruppen durchmischten leistungsstarken- und schwächeren SchülerInnen. Vier mal im Jahr treffen sich die Eltern, die LehrerInnenteams und die SchülerInnen der jeweiligen ca. sechsköpfigenTischgruppen bei jeweils einem Schüler zu Hause zu einem genussvollen Abendessen, um den Schulalltag zu reflektieren. Gute und klare Beziehungen erzeugen ein Wohlgefühl, in dem Lernen gelingen kann.

SchülerInnen schauen bei der Preisverleihung zu.

In der Lichtenberg – Schule lässt einiges aufhorchen: Viele ihrer LehrerInnen bitten um verspäteten Pensionsantritt oder helfen in ihrem Ruhestand noch tatkräftig mit. Kann es also sein, dass eine gute und qualitätsvolle Schulatmosphäre für LehrerInnen sinnstiftend ist? Dass man dieser befriedigenden Tätigkeit nicht ohne weiters den Rücken kehren will? Dass LehrerInsein Spass machen kann? Dass die LehrerInnen gerne mehr Zeit als notwendig noch zum Austausch bei einem Kaffee in der schuleigenen Cafeteria
verbringen?

Wie viele LehrerInnen erleben wir in unseren Schulen als Begleiter, als Berater? Fühlen sich die SchülerInnen in ihrer Ganzheit gesehen? Ist das in einer häufig kasernenartigen Umgebung im Frontalunterricht überhaupt möglich? Viele unserer Lernsituationen sind für SchülerInnen und LehrerInnen verständlicherweise unbefriedigend. Alle wollen möglichst schnell raus aus der Schule, und doch müssen alle am nächsten Tag wieder rein. In den Ferien gibts länger Schonfrist, doch auch da bleibt der nächste erste Tag nicht aus!

Ich kenne diese Gefühle selbst. Als Schülerin und als Lehrerin. Ich wollte keine Schülerin mehr sein. Und keine Lehrerin. Hmmm… aber in herzlichem Ambiente, mit beziehungsorientierten TeamkollegInnen??
Vielleicht doch??

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